8.Oktober 2011 6:50 Uhr
Ohne große Überlegungen, wo ich mich beim Schwimmen einordnen sollte, stieg ich gut 10 Minuten vor Start ins Wasser. Wohin nun – rechts oder links, vorne oder hinten? Uff. Okay, nehmen wir mal die goldene Mitte. Meinen Platz nahm ich letzten Endes mittig im vorderen Drittel ein. Pünktlich um 7 Uhr kam dann der Kanonenschlag und es ging auf die ersten 3.8 km. Schnell bemerkte ich, dass ich deutlich mehr Arme und Beine um mich hatte, als ich es von anderen Rennen kenne. Ich versuchte trotzdem schnell in einen guten Rhythmus zu kommen und nicht nur Vollgas anzuschwimmen, was mir auch ganz gut gelang. Außer ein paar Schlägen auf Beine und Schultern, blieb ich größtenteils von Prügeleien verschont. Ansonsten machte das Schwimmen im Pazifik richtig Spaß. Mit 1:06:41 h stieg ich zufrieden aus dem Wasser.
Nach dem üblichen Aufhübschen und Schminken in T1, schnappte ich mein Rad und machte mich auf den Weg, der mich 180 km über Big Island führte. Auf der ersten kleinen Schleife durch Kona war viel Verkehr. Einige machten einen nicht gerade sicheren Eindruck auf ihrem Rad und fuhren ordentlich zickzack. Ich war froh, als ich den Highway erreichte und halbwegs freie Fahrt hatte. Meine Beine fühlten sich von Beginn recht gut an und ich kam schnell in meinen Tritt. Für die nächsten Stunden hieß es treten, treten, treten, verpflegen, treten, treten, verpflegen, treten, treten usw. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder die Möglichkeit mich zu erfrischen. Ich habe während der ganzen Fahrt versucht mich durch das Nasshalten der Armlinge abzukühlen. So purzelten die Meilen, bis ich irgendwann den heiß ersehnten Wendepunkt in Hawi sichten konnte. Von dort ging es mit leichtem Seitenwind wieder abwärts Richtung Kona. Auf dem Rückweg von Hawi galt wieder: Treten, treten, treten, verpflegen, treten, treten, verpflegen, treten, treten =) Die 180 km Radstrecke konnte ich ohne Zwischenfälle und wirkliche Durchhänger absolvieren.
Nach 180 km und 5:21 h später erreichte ich dann die zweite Wechselzone. Noch auf dem Rad dachte ich an meine Schultern, die in mitten der Lavafelder keine Minute Schatten abbekamen. Ich hatte in T1 vergessen mich von den Damen in der Wechselzone eincremen zu lassen. Während meine Ober- und Unterarme es mir dankten in Armlinge gehüllt zu sein und regelmäßig mit Wasser gekühlt zu werden, brutzelten meine Schultern den kompletten Radsplit in der Sonne. Yeah! So konnte ich T2 nicht verlassen, ohne mich vorher in Sonnencreme gebadet zu haben. Von den Helfern gut eingecremt, machte ich mich auf den Weg zum Marathon. Das Laufen fühlte sich von Beginn recht rund an und ich versuchte meine Pace zu finden. An den Verpflegungsstationen versorgte ich mich mit Eis und füllte damit meine Armlinge auf. Wieder purzelten die Meilen. Die ersten 16 km in Kona gingen recht schnell vorbei, während sich die leichten Wellen auf dem Highway umso länger zogen. Am Energy Lab gab es Momente der völligen Orientierungslosigkeit. So wusste ich manchmal nicht, wo oben und unten war. Krasse Erfahrung! Am Ausgang des Energy Labs waren es noch 10 km zu laufen – überschaubar! Also versuchte ich nochmals mein Tempo zu steigern. Mit dem flotten Lauf konnte ich noch einige Leute einsammeln, was am Ende des Marathons etwas beflügelt und zudem auch richtig Spaß macht. Auf den letzten Metern versuchte ich die tolle Stimmung aufzusaugen und ganz bewusst zu genießen. So übertrat ich nach einer Marathonzeit von 3:36 h und einer Gesamtzeit von 10:13 h glücklich die Ziellinie.
Ich bedanke mich bei allen, die mir vor und während des Rennens unterstützend zur Seite standen und mit mir mitgefiebert haben. Ein besonderer Dank meinen Sponsoren:
Herr Bernd Spengler von Hermann Spengler GmbH & Co. KG
Herr Dirk Köhler von Pearl Izumi für professionelle Sportbekleidung und Laufschuhe
Herr Josef Rettenmeier von Autohaus Rettenmeier KG
Herr Egon Heizmann von Fahrschule Heizmann
Herr Otto Dolzer von FAZU-Radsport
Hier eine Reihe Bilder
hang loose
Nicolai