Es gibt zwei Gründe, weshalb ich mich für den IRONMAN Regensburg entschieden hatte. Nachdem ich 2011 gleich zwei Rennen außerhalb von Deutschland gemacht hatte, wollte ich 2012 wieder ein Rennen machen, das mit weniger Aufwand verbunden ist. Desweiteren war es auch die einzigte Langdistanz, die mich reizte und noch im Oktober zur Anmeldung offen war.
Kurz ein paar allgemeine Dinge zu den Strecken. Das Schwimmen ist nicht besonders spektakulär: geschwommen wird im Guggenberger See, welcher sogar recht klares Wasser hat. Die Radstrecke führt über zwei Runden durch den Bayrischen Wald und ist an den Anstiegen auch landschaftlich sehr schön. Auch einige kleine Stimmungsnester gibt es auf der Radstrecke. Ich selbst hätte mir insgeheim aber mehr „Berge“ erhofft. Es geht pro Runde einmal nach hoch – der Rest der Strecke ist flach. Die Laufstrecke ist sehr schön und abwechslungsreich. Es werden vier Runden gelaufen- zum Teil in der Regensburger Altstadt und in einem kleinen Park. Mal auf Asphalt, mal auf Kopfsteinpflaster und auch auf Schotterwegen. Die Stimmung an der Laufstrecke ist klasse!
Der Wettkampf
Mit einem guten Gefühl stieg ich am 17. Juni kurz vor 7 Uhr in den Guggenberger See, ehe dann um 7 Uhr der Startschuss für die knapp 1200 Athleten fiel. Gefühlsmäßig hatte ich irgendwie noch nie so viel „auf die Mütze“ bekommen wie bei diesem Schwimmstart. Vielleicht täusche ich mich aber auch. Leider hatte ich beim Schwimmen gleich nach den ersten 100-200m großes Pech: irgendjemand hatte es geschafft, meinen Neopren zu öffnen. Ich weiß nicht ob es Absicht war oder ich einfach nur brutales Pech hatte. Im ersten Moment hatte ich mir überlegt den Neopren selbst wieder zu schließen, aber diese Idee verwarf ich ganz schnell wieder. Mein Modell muss man oben einfädeln und dann nach unten ziehen. Das ist schon an Land quasi nicht allein zu schaffen – wie soll das Ganze dann im Wasser funktionieren? Mir blieb also nichts anderes übrig, als an das linke Ufer zu schwimmen und mir von den Zuschauern helfen zu lassen. Ich schwamm also die gut 50m an die linke Uferseite und bat die Erstbesten zur Hilfe. Die erste Reaktion einer Dame war: „Nee geht nicht – der ist gerissen!“. Meine Antwort: „Nene, der ist nicht gerissen, Sie müssen ihn nur oben einfädeln und dann nach unten ziehen“. Nachdem der Neo wieder geschlossen war und ich wieder mitten im Feld schwamm, ging es auf die eigentliche Schwimmstrecke. Leider war ich dann aber nicht mehr in der Gruppe, die in etwa so schnell unterwegs war wie ich. So musste ich die restliche Schwimmstrecke ständig Leute überholen und bin nie in meinen eigenen Rhythmus gekommen. Der Kampf im Wasser war dann nach 1:02h beendet und ich war wohl noch nie so froh aus dem Wasser zu steigen wie an diesem Tag.

Die ersten 10km der Radstrecke in Regensburg sind komplett flach und ideal zum Einrollen. Erst danach kommt im Prinzip der einzige richtige Anstieg auf dem Rundkurs, der zweimal gefahren wird. Insbesondere auf diesen Teil der Radstrecke habe ich mich gefreut. Knapp 15 Kilometer zieht sich diese Passage, wobei es jedoch nicht stetig bergauf geht. Zwischendrin sind immer mal wieder ein paar Stücke, in denen es bergab geht und man die Beine etwas lockern kann. In den Anstiegen konnte ich richtig gut Druck machen und einige Plätze vorfahren. Ist man am höchsten Punkt – dem Brennberg – angekommen, geht es einige Km bergab, bevor die Radstrecke komplett flach wird. Hier ist auch der Punkt, in dem mein Rennen sich wendete. In der ersten Runde konnte ich in diesem Flachstück noch gut durchdrücken. In der Zweiten änderte sich dies jedoch grundlegend. Mir fehlte einfach die Kraft und viele der Athleten, die ich am Berg zuvor überholt hatte, musste ich wieder ohne Gegenwehr vorbeiziehen lassen. Auf den letzten Kilometern kurz vor der zweiten Wechselzone musste ich mich extrem dazu motivieren, die Beine nicht komplett hängen zu lassen.

Die erste von vier Laufrunden fühlte sich sehr zäh an. Nach und nach wurde es dann besser, aber richtig in Fahrt bin auch auf der Laufstrecke leider nicht gekommen. Hier blieb ich auch deutlich hinter meinen eigenen Erwartungen zurück. Generell hat meine Form im Vorfeld eine andere Sprache gesprochen als das Ergebnis in Regensburg widerspiegelt. Trotzdem habe ich versucht alles zu geben und mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Richtig enttäuscht bin ich nicht, auch wenn die Endzeit 10:01h nicht meinen Erwartungen entspricht. Ich habe das Rennen schon abgehakt und in das Archiv „Nicht mein Tag“ abgelegt.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Unterstützung an der Strecke und speziell an die Sponsoren. Danke!
Am 11. August steht für mich die nächste Langdistanz in Tschechien an. Ich hoffe dort dann meinen Tag zu erwischen und ein gutes Ergebnis mit nach Hause zu nehmen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit, in der noch einmal ordentliches Training ansteht.
Bis bald!
Nicolai